Die HNA versucht heute (23.10.08) mal wieder im Verbund mit dem Caldener Flughafen-Manager und einigen hochrangigen SPD-Genossen Stimmung für den Neubau zu machen. Eine von der Flughafengesellschaft in Auftrag gegebene Studie will über 60 % Zustimmung gemessen haben. Hierzu ist folgendes anzumerken:
Man nehme einen Zirkel und schlage um einen beliebigen Punkt auf der Landkarte einen Kreis mit einem Radius von ca. 100 km. Dann frage man die dort lebenden Menschen, ob sie gern einen Flughafen in 80 Minuten Fahrdistanz hätten, um von dort bequem in Urlaub fliegen zu können. Da sind Zustimmungswerte von deutlich über 50 % immer zu erreichen. Diese Art von gekaufter Meinungsforschung, wie sie Herr Ries vom Caldener Flughafen hier präsentiert, ist mit
jedem gewünschten Ergebnis lieferbar.
Betrüblich ist die Tatsache, dass sich ansonsten honorige SPD-Politiker vor den Karren der Ausbaulobby (i.e. Bauindustrie) spannen lassen, ohne es wahrhaben zu wollen. Wenn Herr Frankenberger die bemerkenswerte Milchmädchenrechnung aufmacht, dass 40 % des Gewerbesteueraufkommens von regelmäßigen Flughafen-Nutzern kommen, dann müsste ihm klar sein, dass er vom gegenwärtigen Verkehrslandeplatz Calden redet. Will sagen: die 40 % hat er jetzt schon. Und viel mehr wird's auch nicht. Denn mehr als die zwei wöchentlichen Flüge des Herrn Braun (Melsungen) und vielleicht noch fünf andere werden auch dann nicht zusammen kommen, wenn die Landebahn gedreht wird.
Und die Blütenträume vom Ferienflughafen Calden sind barer Unsinn. Bisher hat sich weder ein privatwirtschaftlicher Betreiber für den Flughafen gefunden, noch stehen die Airlines Schlange, um dort Slots zu bekommen. Von den zu erwartenden Rückgängen und Einschränkungen des Luftverkehrs durch Klimawandel und Kerosinpreise muss man dann gar nicht mehr reden.
Die SPD wäre gut beraten, die Chance zu einem gesichtswahrenden Ausstieg aus dem Projekt zu nutzen.
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Wolfgang Ehle