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Ein Luftschloss neben dem Dornröschenschloss?

Kreisgüne zum Thema Beberbeck:
9. April 2008 - Zu der laufenden Diskussion um das geplante Ferienresort Beberbeck nehmen die Grünen im Kreistag eine differenzierte Position ein. „Einerseits“, so Kreisvorstand Thomas Ackermann, „halten wir den Tourismus, insbesondere den ökologisch orientierten, für eine der langfristig bedeutendsten Ressourcen der Region. Der Preis darf aber nicht sein, dass die Risiken und Nebenwirkungen eines solchen Projektes absehbar größer zu werden drohen, als der erhoffte Nutzen.“
Kritische Punkte sind nach Auffassung der Grünen die unrealistisch hoch angesetzten Besucherprognosen, das Nichtvorhandensein eines Investors, der die nötigen Mittel und ein realistisches Konzept mitbringt, die Frage der Verkehrsbelastung während der Bau- und der Betriebsphase und vor allem die Auswirkungen auf den Wasserhaushalt des Gebietes. Erste Berechnungen besagen, dass über zwölf Prozent der Trinkwasserreserven des gesamten Reinhardswaldes allein für die Ferienanlage benötigt würden! Das ist eine massive Verschlechterung für die Daseinsfürsorge der Region.

Man könne auch verstehen, dass die Landwirte gegen das Projekt sind. Beberbeck mit seinen wertvollen Böden arbeitet profitabel. Vor dem aktuellen Hintergrund der Verknappung von Agrarflächen sei es ratsam, hier die Bestände zu erhalten, meinen die Grünen.

Die Projektkosten haben sich gegenüber der ersten Planung bereits verdoppelt und liegen nun bei rund 800 Millionen Euro. Die öffentliche Hand darf nicht am finanziellen Risiko eines solchen Großprojektes beteiligt werden. Wahrscheinlich müssten die Aufsichtsbehörden sogar einschreiten. Wolfgang Ehle, Tourismusexperte der Grünen, hält die Idee eines Ferienresorts, „wenn es denn kleiner aufgezogen wird, für durchaus sinnvoll. Aber dabei sollte man das charakteristische von Beberbeck erhalten und sogar zur Hauptattraktion machen.“ Denn das Verbraucherverhalten ändere sich und das bedeutet nach Auffassung der Grünen: „Eine natur- und kulturverträgliche Konzeption für ein Ferienresort mit Einbeziehung des Reinhardswaldes, der Landwirtschaft, der Burgen und der sonstigen umliegenden touristischen Angebote kann Modellcharakter haben – und sie kann sich finanziell tragen. Denn Urlaub im eigenen Land wird immer beliebter. Profitabler Ferienbetrieb und profitable Landwirtschaft, nachhaltig betrieben, passen durchaus zusammen.“

(presseinformation der kreistagsfraktion B90/Die Grünen)

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