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Langes Feld - Making of Klimagutachten

"Still confused, but on an higher level", könnte man in einer Glosse "tägliche Umweltdosis" die Eindrücke umschreiben, die der Autor dieser Zeilen von der öffentlichen Vorstellung des Gutachtens zum Langen Feld mitbrachte.
Von klimaökologischen Funktionsabläufen, Durchströmungsgeschehen, der Wärmeaura, simulierten Kaltluftmächtigkeiten, thermischen Ausgleichswirkungen, Ventilationsachsen, strömungsmechanischen Negativeffekten und nachhaltigen bioklimatischen Effekten...
Heute 13 Uhr war es soweit: Das, was schon auf wundersame Weise in der lokalen Speerspitze des investigativen Journalismus nachzulesen war, durfte heute auch offiziell von den Vertretern der "vierten Gewalt" goutiert werden.
Die Presse war ins Rathaus zur öffentlichen Präsentation geladen und wurde von Herrn Stadtbaurat Witte, Herrn Flore (Stadtplanungsamt) empfangen und zum Thema geführt. Den fachlichen Teil übernahm Herr Burst, seines Zeichens Geschäftsführer der Mannheimer Firma "Ökoplana", die im Auftrag der Stadt das klimatologische Gutachten für das Lange Feld erstellt hatte.
Dieser wartete mit einer akkuraten Powerpoint-Präsentation auf und erläuterte sein Gutachten. Nun soll an dieser Stelle nicht der durchaus kompetente Vortrag des Herrn Burst wiedergegeben werden, denn das, was der Fachmann uns erläuterte ist ja hinreichend im Netz nachzulesen - auch wenn es eine Weile dauert, bis man es denn mal gefunden hat.

Aber als Pressevertreter hat man ja Muße...
Und man hat selbstverständlich einen Block dabei, in den man das wichtigste zu notieren gedenkt, will man doch später die Massen für sein Thema begeistern.
Ab einem gewissen Zeitpunkt der Vorstellung finden sich in besagtem Block jedoch nur noch Schlagworte wieder, die im Magistratssaal zu vernehmen sind. Zu verstehen ist das Vorgetragene selbst für willige Zuhöhrer schon lange nicht mehr:
Planungsraum, Nettobaufläche, Regionaler Grünzug, Klimabewertungskarte, klimaökologische Funktionsabläufe, Rauchschwadenbeobachtungen, Strömungsbilder, Klimafunktionskarte, Durchströmungsgeschehen, Durchlüftung des Planungsgebietes, Wärmeaura, Ausgleichsmaßnahmen, Schadstoffausbreitungssimulation, worst-case-Szenario, Kurzzeitgrenzwert, Jahresmittelwert, abgeschätzte Hintergrundbelastung, Zusatzbelastung, Tendenz zur Überschreitung, beispielhaftes Ausbreitungsverhalten, Hauptausbreitungsrichtung, windoffene Lage, windschwache Situationen, Strömungshindernins, Kaltluftsenke, Kaltluftproduktionsflächen, bioökologisch-bioklimatisch positive Wirkung, simulierte Kaltluftmächtigkeiten, austauscharme Wetterlagen, bodennahe Ausprägung, Höhenströmung, bodennahe Kaltluft, thermische Ausgleichswirkung, Ventilationsachse, strömungsmechanische Negativeffekte, breitflächiger Ausgleichsraum, nachhaltige bioklimatische Effekte...

All das bekommt der erstaunte Zuhörer geboten und denkt: "Die wissen ja Bescheid."
Der Stadtbaurat hat direkt im Anschluss ein Interview mit dem HR, der Gutachter eine interne Sitzung. Kein schlechtes Timing.
Immerhin: Fragen dürfen über das Presseamt an den Stadtbaurat gerichtet werden und deren Beantwortung wird zugesagt.





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