Skip to content

Der Preis wäre hoch beim Weg zurück in die Vergangenheit. Die Wissenschaft weiß: Es wird x mal teurer, die Folgen des Klimawandels später zu bekämpfen denn heute ...

Die meisten Menschen hierzulande sind irritiert, teils zutiefst. Und das aus vielen Gründen. So sehr man Verständnis dafür haben muss, dass fest geglaubte Gewissheiten in den vergangenen Jahren ins Rutschen geraten sind, so sehr muss darauf geachtet werden, dass jetzt nicht die falschen Konsequenzen daraus gezogen werden. Denn auch wenn es aktuell keine aktive Umweltbewegung gibt, die Regierungsfehlverhalten kritisch und aktiv auf allen Ebenen und auf der Straße offenlegte, so wäre es dennoch falsch, in der EU und hier bei uns den Rückwärtsgang im Kampf gegen den Klimawandel einzulegen. Am Ende würde das zu teuer: in jeder Hinsicht und für alle.
Dass die Pandemie und der politische Umgang mit ihr, der mörderische Krieg Russlands gegen die Ukraine mit seinen vielfältigen Konsequenzen (vor allem jedoch für die Energieversorgung Europas und der BRD), die Krisenerscheinungen der Wirtschaft und die bedrohlichen Klimafolgenerscheinungen große Irritationen erzeugt haben, verwundert nicht. Denn an letzteren kommt niemand mehr vorbei. Man erkundige sich nur bei den großen Versicherern des Planeten, wie die Kosten für Klimaschäden in den letzten Jahren explodiert sind. Niemand kann sie mehr übersehen:

• die gigantischen Brände,
• die furchterregenden Überschwemmungen,
• die brutalen Stürme,
• die immer länger anhaltenden Trockenphasen (von denen Europa ganz besonders stark betroffen ist),
• die immer rascher ansteigenden Temperaturen (stärker noch als vom Weltklimarat der UN prognostiziert) und
• die Überwärmung der Ozeane einhergehend mit steigenden Pegeln und dem folgenreichen Korallensterben …

All das läuft ab in atemberaubendem Tempo.

Man staunt vielmehr, dass vor dem Hintergrund der großen und hochkomplexen weltweiten Verwerfungen – Trump ist nur eine davon und ihm alles in die Schuhe zu schieben, hilft nicht weiter und lässt vor allem politisches Fehlverhalten von Europäern und BRD in den Hintergrund treten - nun wieder die alten Konzepte hervorgekramt werden. Genau die, die uns dahin gebracht haben, wo die Menschheit heute steht: am Abgrund.

Wer jedoch den Atomlobbyisten und denen, die mit fossilen Brennstoffen aller Art reich und mächtig geworden sind, also den alten Öl- und Gasgesundbetern, auf den Leim geht und auf sie hört, indem wieder auf AKW’s, Gas und Öl gesetzt wird, der hat am Ende eine extreme Zeche zu bezahlen. Eine brennend hohe!

Vielmehr müsste auf die stringente und konsequente Fortsetzung des teils schon erfolgreich eingeleiteten energetischen Umbaus gesetzt und die noch fehlenden Elemente (wie Speicherung von Sonnen- und Windstrom, Wasserstoffwirtschaft …) fortentwickelt werden. Vor allem käme es jetzt darauf an, deutlich mehr Tempo bei der Ökologisierung des Städtebaus im Allgemeinen, des (sozialen) Wohnungsbaus im Besonderen und bei der Mobilitätswende in allen ihren Facetten zu machen. Auch die Landwirtschaft muss umgekrempelt werden auf eine umwelt- und tierverträgliche Produktion biologischer Produkte: Zum Schutz von Böden, Menschen und Artenvielfalt ...

Die Erzählungen, dass uns Atom- und Erdölwirtschaft gesegnete und sichere Jahrzehnte beschert hätten, ist eine tragische Verirrung, eine dämliche Verklärung. Richtig ist vielmehr, dass sie zusammen ganz wesentlich zu dem Dilemma geführt haben, in dem wir als Menschheit heute stecken.

Ein sozial abgefederter Klimaschutz

• auf allen Feldern
• im großen Stil und das
• rasch

ist die Lösung, nicht jedoch der Weg zurück in die fossile und atomare Vergangenheit.

Dieser Umbau muss schnell und global erfolgen. Sonst drohen der Menschheit insgesamt Verwerfungen und Kosten, die dann nicht mehr gestemmt werden können. Denn, so ist das mit den langsam reagierenden Ökosystemen: Sie lassen sich nicht - wie unsere technischen Gerätschaften - einfach auf on oder off stellen. Ein konsequentes, vernünftiges Einschwenken auf Sparsamkeit im Umgang mit Ressourcen und wissenschaftsgeleitetes Handeln (sozial abgefedert, wegen der hohen Kosten, die das erstmal produziert) würde auch das Artensterben, es ist global und historisch gesehen das sechste und schnellste, vielleicht noch aufhalten können. Letzteres ist mindestens genau so bedrohlich und folgenreich wie besagter Klimawandel.

Dass der Internationale Gerichtshof kürzlich den Klimaschutz zur rechtlichen Pflicht erklärt hat, ist positiv und logisch. Nur: Wenn niemand druckvoll für den Klimaschutz eintritt und mit positivem Beispiel vorangeht, wird nicht allzu viel passieren. Dass wieder ein blond bezopftes Mädchen irgendwo auftritt und vorgibt, für den Klimaschutz kämpfen zu wollen - darauf sollte niemand warten oder hoffen. Das müssen wir schon selbst machen, indem wir klimabewusst handeln und entsprechend Druck auf unsere Regierungen ausüben.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Um einen Kommentar hinterlassen zu können, erhalten Sie nach dem Kommentieren eine E-Mail mit Aktivierungslink an ihre angegebene Adresse.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

BBCode-Formatierung erlaubt
Formular-Optionen