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„Radfahren ist ein Zukunftsthema“

Menschen aufs Rad locken und Städte lebenswerter machen: Das zeigt die Ausstellung „FAHR RAD!- Die Rückeroberung der Stadt“ noch bis zum 8. September.
Mit Musik und Akrobatik: Die Ausstellungseröffnung
Ganz so sportlich wie bei der Fahrradshow von Bikes-in-motion vor der documenta-Halle anlässlich der Eröffnungsveranstaltung von „FAHR RAD! - Die Rückeroberung der Stadt“ muss es beim Radfahren nicht unbedingt zugehen, dennoch plädiert die Ausstellung für eine stärkere Einbindung des Fahrrads in den Alltag.
Aktuell in der documenta-Halle: Die Austellung FAHR RAD!


Verkehrsraum ist öffentlicher Raum

Die Ausstellung selbst, die vom Deutschen Museum für Architektur gestaltet und bereits in Frankfurt, Berlin und Graz gezeigt wurde, befasst sich mit der Frage, wie die Stadt ein lebenswerter, sozialer und grüner Lebensraum für alle Menschen werden und bleiben kann, denn : Verkehrsraum ist öffentlicher Raum.
„Aktuell gibt es 59 Millionen Autos in Deutschland und 72 Millionen Fahrräder. Da ist Potential für eine Verkehrswende“, bemerkte Barbara Ettinger-Brinkmann vom KAZimKUBA, die gemeinsam mit ihrem Kollege Marc Köhler und Gerhard Greiner vom Bund Deutscher Architekten die Ausstellung eröffnete und sich über den großen Andrang bei der Eröffnungsveranstaltung freute. Auch Abgeordnete und Kommunalpolitiker saßen im Saal.

Ettinger –Brinkmann legt nach: „Hoffentlich sind viele von Ihnen mit dem Rad angereist“. Die vielen mitgebrachten Fahrradhelme der Besucher sprachen eine deutliche Sprache.

Taten statt Worte
Hier sind eigene Ideen gefragt: "Puzzle dir deinen Straßenraum"


Oberbürgermeister Christian Geselle, der die Schirmherrschaft der Ausstellung übernommen hat, sprach ein Grußwort: „Radfahren ist kein Hype, sondern ein Zukunftsthema.“ Statt Worten wollten aber vor allem die Befürworter des Radentscheides, die neben anderen Kasseler Institutionen und Initiativen die Ausstellung mitgestaltet haben, viel eher Taten sehen und hielten während der Rede des Oberbürgermeisters Banner hoch mit Ausschriften wie „Verkehrswende Jetzt- Wir holen uns die Straße zurück“ oder „Schirm Herr schafft keine Wege“. Auch der Direktor des Deutschen Architekturmuseums, Peter Cachada Schmal, appellierte an die Eigeninitiative der Bürger: „Sie kriegen Kassel zu einer Fahrradstadt, wenn sie das wollen.“ Und er gibt einen persönlichen Tipp: „Fahren Sie mal nach Kopenhagen, danach verstehen Sie, was eine Fahrradstadt ausmacht“. Die Ausstellung, die fahrradfreundliche Städte aus der ganzen Welt und ihren Anteil an Radfahrern im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern zeigt, soll nicht nur die Bürger aufs Rad bekommen, sondern auch der Stadtverwaltung Impulse geben in Zukunft mutiger zu planen. Belohnt wird die Stadt mit mehr Lebensqualität und Zufriedenheit der Bürger. Darin waren sich die Vortragenden einig.
Zahlen, Fakten und die Möglichkeit eines anderen Blicks auf das Thema lieferte der Impulsvortrag Stefan Bendiks’ von Artgineering Brüssel. Er führte vor Augen was wäre, wenn wir unsere Häuser so planen würden wie unsere Städte. Mit solchen Perspektiv-Wechseln in Form von Bildern zeigt Bendiks auf witzige Art und Weise wie eine Stadt den Raum wieder zurückgewinnen kann.
Fahrradfreundliche Infrastrukturen helfen darüberhinaus auch der Umwelt.
Doppelt umweltfreundlich: Das Bambusrad

Stichwort ökologischer Fußabdruck - hier gibt auch Bedinks zu: „Sorry, liebe Fahrradlobby, zu Fuß gehen ist am besten“, zumindest wenn es um die Einnahme von Raum geht. Auch Wolfgang Rauch vom Nordhessischen Verkehrs Verbund, der den ÖPNV vertrat, erinnerte daran, dass die Planer auch die Fußgänger nicht vergessen dürfen, denn auch die fahrradfreundlichste und umweltschonendste Infrastruktur funktioniere nicht ohne Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Stefan Bendiks von Artgeneering Brüssel glaubt übrigens nur bedingt an den „anarchistischen Radfahrer“ und formuliert ein klares Ziel: „Geben Sie Radfahrern den Raum, dann halten sie sich auch an die Regeln.“



„FAHR RAD! – Die Rückeroberung der Stadt“

Noch bis 8. September täglich 16-19 Uhr, Sa. ab 14 Uhr, So. ab 11 Uhr. Eintritt frei, am 7.9. mit Museumsnacht-Ticket.
Humor zum Thema Fahrrad: Bilder der caricatura

Fahr Rad! – Die Rückeroberung der Stadt ist eine Ausstellung vom Deutschen Architekturmuseum DAM in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Architekturzentrum und KAZ im KUBA mit lokalen Anreicherungen aus und für Kassel. Neben acht Schwerpunktstädten und ihrer jeweiligen Mobilitätsaufstellung stellen Studierende der Uni Kassel Projektideen vor. Die Ausstellung zeigt Werke der Caricatura zum Thema Fahrrad sowie Fotografien des Fotografen Ulf Schaumlöffel. Neben der Möglichkeit des käuflichen Erwerbs von Büchern rund um das Thema Fahrrad, können Besucherinnen und Besucher auch historische und ungewöhnliche Fahrräder bestaunen.

Infos: fahr-rad-kassel.de

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