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„Wir wollen den Boulevard sauber sehen!“

Mit der Aktion „Sauberer Boulevard“ riefen Akteure der Friedrich-Ebert-Straße zu einer gemeinsamen Entmüllung der Straße und Umland auf. Zahlreiche Helfende engagieren sich ehrenamtlich.
Vor der Postapotheke geht es los.
Foto: Reimund Lill

Zerbrochene Glasflaschen, Zigarettenstummel, Plastikverpackungen und vieles mehr liegen immer wieder auf Gehwegen, Plätzen und Grünstreifen. So auch in der stark frequentierten Friedrich-Ebert-Straße (FES). Eine Meile, die gerade durch ihre große Vielfalt an Bars, Cafés und Geschäften sehr viele Besucher anzieht, besonders an Wochenenden. Die Schattenseite dieser positiven Entwicklung ist es, dass viele Passanten ihren Müll achtlos auf die Straße werfen.
„Wir freuen uns zwar über die große Beliebtheit der FES, doch wollen wir unseren Boulevard sauber und gepflegt sehen!“, weist Klaus Parzefall, Seniorchef der Postapotheke auf die sich wiederholende Verschmutzung des Umfelds hin. Trotz heißer Temperaturen zogen darum am Sonntag eifrige Anwohner und Liebhaber voller Motivation durch ihre FES, sowie durch anliegende Straßen, um dort den angefallenen Müll von den Gehwegen und Grünstreifen aufzusammeln.
Dirk van der Werf instuiert die freiwillligen Helferinnen und Helfer.
Foto: Reimund Lill
Den entscheidenden Impuls zur Straßensäuberung lieferten Dirk van der Werf, Gastronom des in der FES ansässigen Lokals Joes´ Garage, und Klaus Parzefall, erster Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Friedrich-Ebert-Straße.
Um dies möglichst effizient umzusetzen, statteten die Stadtreiniger die fleißigen Sammler mit Westen, Greifzangen und Handschuhen und Mülltüten aus.
Die Stadtreiniger spendierten Müllsäcke, Handschuhe und Zangen zum Aufsammeln.
Foto: Reimund Lill

Von der Postapotheke in der FES starteten die Helfenden
in kleinen Gruppen und verteilten sich auf der FES und den umliegenden Gebieten.

„Zusammenhalt schaffen“
Von der Postapotheke in der FES starteten die Helfenden
in kleinen Gruppen und verteilten sich auf der FES und den umliegenden Gebieten.
„Es gibt mir ein gutes Gefühl, mich an der Reinigungsaktion zu beteiligen und so auch eine Vorbildfunktion einzunehmen“, sagt Hilde Kartes-Sigwart, Anwohnerin der Goethestraße. „Ich denke, dass jeder verantwortlich ist, seine Umwelt sauber zu halten. Außerdem bin ich der Meinung, dass das einen Zusammenhalt schafft, indem alle Beteiligten das gleiche Ziel verfolgen: den Stadtteil sauber vorzufinden“, führt sie aus.
So durchforsteten die Beteiligten knapp drei Stunden lang ihr Quartier und bemühten sich eifrig, jeden noch so kleinen Müll zu beseitigen.
Auch den kleinsten Müll sammeln die Freiwilligen auf.
Foto: Reimund Lill

Auch auf viele Passanten macht die ehrenamtliche Müllbeseitung großen Eindruck.
„Ich finde das wirklich großartig, dass ein solches Engagement gezeigt wird“, lobt Klaus Jestadt, ein sonntäglicher Besucher, die Mühe der Helfenden, auch wenn er bedauert, selbst nicht Hand anlegen zu können.

Wir Gefühl durch gemeinsames Engagement
Das Ergebnis der Reinigungsaktion war ein großer Haufen an gefüllten Müllsäcken - und darüber hinaus eine saubere FES. Für die Helfenden gab es abschließend Essen und Getränke, welche ansässige Geschäfte den Beteiligten für ihre Mühe spendierten.
Ein solches Wir-Gefühl innerhalb der Friedrich-Ebert-Straße zu schaffen, war ganz im Sinne van Dirk van der Werf und Klaus Parzefall.
„Ich finde es bereichernd, dass sich so viele Anwohner und Besucher beteiligten. Doch möchte ich alle Menschen ansprechen, sich einer richtigen Müllentsorgung bewusst zu werden und dieses Bewusstsein weiterzutragen", bekräftigt Klaus Parzefall.

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Kommentare

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Marlis Cavallaro am :

Dieses Engagement im nahen Wohnumfeld finde ich ganz wunderbar, sowohl was das Ergebnis betrifft (entmüllte FES), als auch, weil es kooperativ funktioniert hat - gemeinsam was tun anstatt sich einsam zu ärgern. Zugleich erinnert die Tatsache, dass solche Aktionen überhaupt leider nötig sind, nicht nur daran, dass Leute sich einer richtigen Müllentsorgung bewusst werden sollten und dass es leider nicht nur großindustrielle, sondern auch allzuviele kleine Umweltschweine gibt. Es erinnert auch daran, dass Verantwortung für Müllentsorgung zu übernehmen nicht die Umweltpolitik im Lande aus ihrer Verantwortung befreit. Zurückdrehen der Verpackungs- und Wegschmeißflut, gesetzliche Vorgaben und Strategien, sie auch durchzusetzen.
Die Ehrenamtlichen in der Bevölkerung lindern die Auswirkungen falscher politischer Entscheidungen oder Untätigkeiten durch z.B. Tafeln, Selbstverantwortung, sinnvolle gemeinsame Selbsthilfe-Aktionen in vielen Bereichen. Die Freude darüber lässt nicht die Kritik an den auch "von denen da oben" mit geschaffenen Ursachen der Miseren vergessen.

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