Skip to content

Für eine kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Stadt Kassel – mit Stadtbaurat Nolda – Offener Brief von Mitgliedern der DASL

Die berufenen Mitglieder der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL), Prof. Dr. Uwe Altrock, Prof. Christian Kopetzki, Prof. Ingrid Lübke und Prof. Rainer Meyfahrt, wenden sich in einem offenen Brief an die Stadtverordneten und Stadtverorneten-Vorsteherin, den Oberbürgermeister und die Dezernenten sowie die Presse. kassel-zeitung dokumentiert dieses Schreiben.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Stadt Kassel befindet sich seit einigen Jahren im Aufbruch. Damit sind Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Dynamik, neue Arbeitsplätze und ein deutlich verbessertes Image unserer Stadt verbunden. Oberbürgermeister B. Hilgen hat in seiner Neujahrsansprache die zahlreichen und erfolgreich abgeschlossenen Projekte benannt, wie Grimmwelt und Stadtmuseum, Fulda-Uferweg, neue Gewerbeflächen, Straßensanierungen, Bebauungspläne und Genehmigungen für unterschiedlichste Projekte, Sanierung und Erweiterung von Kitas, Schulgebäuden und Sporthallen, Neugestaltung der Königsstraße, Aufwertung und Stabilisierung so unterschiedlicher Bereiche wie dem Wesertor, der Nordstadt oder der Goethe-/ Friedrich-Ebert-Straße. Einige wurden inzwischen mehrfach als Modellprojekte für Architektur und Städtebau bundesweit ausgezeichnet. Auch nach dem lange umstrittenen Umbau der Altmarktkreuzung fließt der Verkehr besser als vorher! Alle genannten Projekte und Planungsinitiativen sind das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit im Magistrat, entwickelt und umgesetzt wurden sie jedoch unter der Regie des Bau- und Planungsdezernates unter der Leitung des derzeitigen Stadtbaurates Christof Nolda.

Die zukünftigen Entwicklungen müssen auch weiterhin fachlich und strategisch kompetent gesteuert werden. Denn die Stadt verfügt wegen der engen Gemeindegrenzen nur über sehr eingeschränkte Flächenreserven. Daher muss über die weitere Entwicklung der Stadt gemeinsam und konstruktiv öffentlich diskutiert werden. Wenn Kassel sich auch in den nächsten Jahren positiv entwickeln soll, müssen schon heute die Weichen für eine strategische Entwicklung gestellt werden, die geeignete Flächen in den Blick nimmt und zukünftige Umnutzungen weitsichtig vorbereitet. Es gilt, an einer für alle Bevölkerungsgruppen lebenswerten Stadt zu bauen, mit einem lebendigen Zentrum und lebenswerten Ortsteilen. Dafür sind ein weitsichtig agierender Magistrat und eine leistungsfähige Stadtverwaltung erforderlich, die eng mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft, den Eigentümern und privaten Unternehmen zusammenarbeitet.

Unsere Stadt Kassel hat es verdient, dass die begonnene positive Entwicklung mit einem qualifizierten Magistrat an der Spitze kooperativer, leistungsfähiger Ämter fortgesetzt wird. Die großen Herausforderungen werden nur erfolgreich zu meistern sein in einer sachorientierten Auseinandersetzung um die besten Lösungen. Dabei kommt der personellen und fachlichen Kontinuität im Dezernat für „Verkehr, Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt“ eine besondere Aufgabe zu. Wir müssen

- lebenswerte Stadtteile bewahren und stabilisieren

- die Potentiale für künftige Entwicklungen untersuchen und Konzepte entwickeln

- Umbrüche und Attraktivitätsverluste frühzeitig analysieren und soziale Integrationen fördern

- die Stadt dort reparieren, wo sie noch immer von früheren Zerstörungen und Bausünden gezeichnet ist

- bürgerschaftliche Initiativen zur Mitwirkung an der Stadtentwicklung bestärken und unterstützen

- attraktive Angebote für Jung und Alt, sowie sich verändernde Lebensstile schaffen

- schlüssige Projekte für die Qualifizierung einzelne Standorte für Wohnen, Arbeiten und Freizeit entwickeln und umsetzen, wie für das Pferdemarkt- und Entenanger-Quartier

- das Verkehrssystem zukunftsfähig, leistungsfähig und stadtverträglich gestalten und

- weitreichende Strategien für ein Weiterbauen an wichtigen Bereichen der Stadt entwickeln.

Deshalb wünschen wir uns, dass die Stadtpolitik sich diesen Aufgaben konstruktiv und gemeinschaftlich stellt. Stadtentwicklung und der Diskurs um die Kulturhauptstadt-Bewerbung lassen sich positiv gestalten, wenn die vorhandenen Ideen, finanziellen Mittel, Flächen und Instrumente dafür klug eingesetzt werden.

Lassen Sie uns an die erfolgreichen Entwicklungen in den letzten Jahren anknüpfen. Verzichten wir auf Parteiengezänk, Profilierungsstreit und persönliche Diffamierungen. Das Dezernat „Verkehr, Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt“ hat sich dafür durch zahlreiche Neubesetzungen und Umstrukturierungen in der Amtszeit des heutigen Stadtbaurates gut gerüstet. Die geplante öffentliche Debatte über die gerade fertiggestellte „Charta für Baukultur in Kassel“, an der auf Initiative von C. Nolda viele Fachleute und engagierte Bürger/innen mitgearbeitet haben, bietet die Chance, sich über die Ziele, Ideen und Möglichkeiten der städtebaulichen Entwicklung Kassels sachorientiert und nicht ideologisch auszutauschen und Beschlüsse vorzubereiten.

Wir appellieren an die Verantwortlichen im Kasseler Stadtparlament und in der Stadtregierung: Sorgen Sie dafür, dass das eingespielte Team um Stadtbaurat Christof Nolda seine erfolgreiche Arbeit für ein zukunftsorientiertes Kassel fortsetzen und weiterentwickeln kann. Folgen Sie bei der Besetzung der Stelle des Stadtbaurates im Herbst fach- und sachorientierten Erwägungen. Unser Stadtbaurat sollte jetzt für seine Arbeit alle ihm gebührende Wertschätzung erhalten.

Kassel, 22.1.2017

Prof. Dr. Uwe Altrock
Prof. Christian Kopetzki
Prof. Ingrid Lübke
Prof. Rainer Meyfahrt
Berufene Mitglieder der Deutschen Akademie für Städtebau und
Landesplanung (DASL)

Kontaktadresse:
Prof. Ingrid Lübke
Gottfried-Keller-Str. 24
34125 Kassel
Tel. 0561-8709572
Mail: luebke.i (at)uni-kassel.de

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

BBCode-Formatierung erlaubt
Formular-Optionen