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Liniennetz-Reform und Tram in der Königsstrasse

Man kann der derzeitigen Diskussion um die Verbesserung des ÖPNV auch ein paar positive Aspekte abgewinnen - man muss dabei aber etwas um die Ecke denken und statt unrealistischer Forderungen vielleicht auch mal andere Lösungsvorschläge einbringen.


Zunächst mal zum Bürgerbegehren, das die Tram aus der Königsstrasse verbannen will: Wie schon die Linke sehr einleuchtend darlegt (Beitrag vom 14.9. hier), sind die verkehrstechnischen Hindernisse so massiv, dass schon allein die Mehrkosten diese Forderung für den Papierkorb prädestinieren.

Wie wär's, wenn die Tram im Fußgängerbereich grundsätzlich mit Schritttempo führe (mehr ist meist ohnehin nicht drin) und gleichzeitig mit einem dezenten Warnton auf sich aufmerksam macht? Wechselnde Melodien oder auch gesprochene, humorvolle Ansagen aus der herannahenden Tram würden der Sache in kurzer Zeit Kultcharakter verleihen und vielleicht sogar zu kreativer Bürgerbeteiligung führen: "Eine Woche freie Fahrt für den Warnspruch der Woche..."

Zur Liniennetzreform:
Gut ist der Ansatz, diese für 2017 geplante Reform schon jetzt in den Stadtteilen öffentlich zu diskutieren. Selbst wenn die Beteiligung - wie am 11.9. im Vorderen Westen - eher mäßig ist. Aber der Meinungsaustausch dort war ernsthaft und sachbezogen. Wer kritisieren wollte, hatte hier die Möglichkeit. Wer es nicht tat, sollte dann auch weiterhin die Klappe halten.

Aber einen Rat an die Verantwortlichen möchte ich hier noch einmal wiederholen:
Da die gesamte Reform dem erklärten Ziel dient, eine Million einzusparen, sollte man das Kind auch beim Namen nennen. Denn eine nähere Betrachtung der Umplanungen bestätigt keineswegs die euphemistischen Darstellungen von der "Förderung eines attraktiven ÖPNV im Stadt- und Regionalverkehr". Und so ist es nicht verwunderlich, wenn die Kritik hier ansetzt.

Hätte man (und das kann man auch jetzt noch tun) klipp und klar gesagt, dass es hier um ein unvermeidliches Sparprogramm geht, das auch Einschnitte in das Angebot bringt, dann müßte man sich jetzt nicht dem Vorwurf des Etikettenschwindels aussetzen! Man hätte im Gegenteil sogar noch auf Verständnis hoffen können, weil man nach Wegen sucht, die möglichst wenig Nachteile mit sich bringen. Anstatt eine Streckenplanung zu präsentieren, die einen fertigen und verabschiedeten Eindruck macht, wäre eine offene Diskussion über alle Alternativen (die sicher intern schon stattgefunden hat), der bessere Weg. Selbst dann, wenn sich die aktuelle Planung nachher als die tatsächlich beste Alternative herausstellt.

Mancher Fahrgast, der Tag für Tag mit der Realität konfrontiert ist, wird in dieser Diskussion Argumente einbringen können, die dem Planer im Büro so nicht in den Sinn gekommen wären!

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