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Echtes Miteinander

So im Schulterschluss sieht man sie selten, anlässlich der Entschärfung einer 2. Weltkriegs-Bombe Montagnachmittag:
"In urlaubsbedingter Vertretung von Ordnungsdezernent Jürgen Kaiser dankte Stadtkämmerer Christian Geselle noch vor Ort den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK, Johanniter und städtischem Ordnungsamt für ihr großartiges Engagement bei der Bewältigung der logistischen Herausforderung sowie den reibungslosen und professionellen Einsatzverlauf. Geselle: „Die Verantwortlichen hatten die Situation jederzeit im Griff. Die Zusammenarbeit lief vorbildlich.“
Seinen Dank richtete Geselle auch an die Kasseler Bürgerinnen und Bürger sowie die Besucher der Innenstadt und die Geschäftstreibenden, die mit großem Verständnis auf die Situation reagiert und somit zur zügigen Evakuierung des Bereichs rund um das Gelände des ehemaligen Stadtbades Mitte beigetragen hatten. Anerkennende Worte fand Geselle auch für die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG), die rasch und umsichtig den Öffentlichen Nahverkehr am Knotenpunkt Königsplatz/Mauerstraße umleiteten und die Fahrgäste darüber informierten." (Pressemiteilung 25. August 2015)
Der Ausnahmezustand bringt sie alle zusammen. S. weiter unten Kleist, das Erdbeben von Chili:
Und in der Tat schien mitten in diesen gräßlichen Augenblicken, in welchen alle irdischen Güter der Menschen zugrunde gingen und die ganze Natur verschüttet zu werden drohte, der menschliche Geist selbst wie eine schöne Blume aufzugehn. Auf den Feldern, soweit das Auge reichte, sah man Menschen von allen Ständen durcheinanderliegen, Fürsten und Bettler, Matronen und Bäuerinnen, Staatsbeamte und Tagelöhner, Klosterherren und Klosterfrauen, einander bemitleiden, sich wechselseitig Hülfe reichen, von dem, was sie zur Erhaltung ihres Lebens gerettet haben mochten, freudig mitteilen, als ob das allgemeine Unglück alles, was ihm entronnen war, zu einer Familie gemacht hätte.
Statt der nichtssagenden Unterhaltungen, zu welchen sonst die Welt an den Teetischen den Stoff hergegeben hatte, erzählte man jetzt Beispiele von ungeheuren Taten: Menschen, die man sonst in der Gesellschaft wenig geachtet hatte, hatten Römergröße gezeigt; Beispiele zu Haufen von Unerschrockenheit, von freudiger Verachtung der Gefahr, von Selbstverleugnung und der göttlichen Aufopferung, von ungesäumter Wegwerfung des Lebens, als ob es, dem nichtswürdigsten Gute gleich, auf dem nächsten Schritte schon wiedergefunden würde. Ja, da nicht einer war, für den nicht an diesem Tage etwas Rührendes geschehen wäre oder der nicht selbst etwas Großmütiges getan hätte, so war der Schmerz in jeder Menschenbrust mit so viel süßer Lust vermischt, dass sich, wie sie meinte, gar nicht angeben ließ, ob die Summe des allgemeinen Wohlseins nicht von der einen Seite ebensoviel gewachsen war, als sie der anderen abgenommen hatte.

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