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Zu gut für die Tonne

Seit kurzem sind sie auch in Kassel unterwegs: Die Lebensmittelretter von Foodsharing. Sie wollen der Lebensmittelverschwendung in Deutschland etwas entgegensetzen und sammeln Backwaren, Gemüse und Fertigprodukte ein, bevor sie im Müll landen.
Elf Millionen Tonnen – so viele Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr in der Mülltonne. Das kann nicht sein, finden die Aktivist*innen von Foodsharing („Lebensmittel teilen“). Seit November 2014 sind sie auch in Kassel aktiv und versuchen, Lebensmittel zu sammeln und zu verteilen, die sonst entsorgt werden würden.

„Wir sprechen gezielt Betriebe und Einzelhändler an, ob sie mit uns kooperieren wollen“, erklärt Berit Ostrander, die im vergangenen Jahr das erste Foodsharing-Treffen in Kassel organisiert hat. „Wenn sie einverstanden sind und die Formalitäten geklärt sind, kommen wir regelmäßig vorbei und holen die überschüssige Ware ab.“ Zur gemeinsamen Vereinbarung gehört unter anderem, dass die Unternehmen keine Haftung mehr für die Waren übernehmen, die sie den Lebensmittelrettern überlassen.

Im Moment sammelt das Team vor allem Backwaren ein, aber auch Gemüse, Tofu und Tiefkühlkost sind dabei. An vorher festgelegten Treffpunkten werden die Waren dann an alle Interessierten verteilt. Ein Teil der geretteten Lebensmittel landet außerdem im Fachbeschäft für Interaktion (FBI) in der Frankfurter Straße. Während der Öffnungszeiten kann jede*r dort vorbeikommen und mitnehmen, was er oder sie möchte – in der Regel mittwochs ab 18.30 Uhr und freitags ab 15 Uhr. „Wir unterstützen das Foodsharing-Projekt sehr gerne“, sagt Tobias Schwing vom FBI. „Die Lebensmittel sind noch völlig in Ordnung und viel zu schade für den Müll.“

Geld spielt beim Foodsharing keine Rolle. Die Lebensmittelretter sind unentgeltlich unterwegs und auch die Weitergabe erfolgt kostenlos. „Wir wollen damit keinen Gewinn machen“, erklärt Berit Ostrander. „Es geht einfach darum, der Lebensmittelverschwendung etwas entgegenzusetzen und zu zeigen, dass es auch anders geht.“

In Kassel sind derzeit rund 30 sogenannte „Foodsaver“ aktiv. Sie sind Teil eines bundesweiten Netzwerks, das im Sommer 2011 als kleines Projekt in Berlin gestartet wurde. Inzwischen gibt es in zahlreichen deutschen Städten lokale Initiativen. Die Kommunikation läuft hauptsächlich über die Online-Plattform foodsharing.de, die im vergangenen Dezember rund 9000 aktive Lebensmittelretter zählte. Hier kann auch jede*r einen virtuellen Essenskorb einstellen, wenn er irgendwelche Lebensmittel übrig hat. Bei Interesse melden sich andere Foodsharer, die den Essenskorb dann an einem vereinbarten Treffpunkt abholen.

„Wir freuen uns natürlich auch in Kassel über weitere Mitstreiter“, sagt Berit Ostrander. „Dann können wir weitere Betriebe ansprechen und noch mehr Lebensmittel retten.“ Auch die Verteilung könnte dann noch besser und nachhaltiger organisiert werden. Deswegen sollen möglichst viele Menschen über die Aktivitäten der Foodsaver informiert werden.

Wer mehr erfahren oder sich aktiv einbringen möchte, kann bei einem der nächsten Foodsharing-Treffen vorbeischauen. Die Gruppe trifft sich immer am ersten Montag des Monats um 20 Uhr im FBI, Frankfurter Straße 60. Wegen der Osterfeiertage findet das nächste Treffen am Montag, 13. April, statt. Wer die Foodsaver kontaktieren möchte, schreibt eine Mail an kassel@lebensmittelretten.de.

Mehr Infos:
Lebensmittelretten: www.foodsharing.de
FachBeschäft für Interaktion: www.ku-ki.org

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