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Schuldenerlass und strengste Sparsamkeit

In letzter Zeit werden neben zahllosen Predigten für unser Wohlverhalten auch Bräuche unser Ahnen wiederbelebt. So sagt man von Kaiser Augustus, er sei von einer Unzahl von Bittgesuchen betreffs "Zahlungsaufschub und Schuldenstreichung" heimgesucht worden. Auch er bemühte sich bereits, gleichzeitig großzügig zu sein und beispielsweise die "Schuldenaufnahme der Städte in Grenzen zu halten".
So berichtet uns Werner Dahlheim in "Die Welt zur Zeit Jesu" unter der Überschrift "Die Linderung der Not": "Meist kannten die Bitten, die das kaiserliche Ohr erreichten, nur ein Thema: Durch Schuld oder Unglück zerrüttete Finanzkassen sollte der Kaiser sanieren. So stürzten sich Beamte des Statthalters auf die städtischen Rechnungsbücher, ahndeten die Veruntreuung von Tempelschätzen und versuchten, die Schuldenaufnahme der Städte in Grenzen zu halten. Der Kaiser wiederum sah sich einer Flut von Anträgen ausgesetzt, die um Zahlungsaufschub oder Schuldenstreichung baten. 'Ich belohne Euren Gehorsam und Eure Treue', schrieb im Jahre 216 Caracalla an die mauretanische Stadt Banasa, 'und erlasse Euch alle Schulden, die Ihr noch immer dem Fiskus in Geld oder Getreidelieferungen in den noch anhängigen Fällen schuldet.' Die überglücklichen Stadtväter ordneten an, den Beschluss in Bronze zu gravieren, aber sie wussten natürlich, dass es ihr kaiserlicher Gönner bitter ernst meinte, als er im selben Brief 'besonderen Diensteifer' verlangte und präzisierte, was er in Zukunft erwarte: peinlich genaue Steuerleistungen, Männer und Waffen für die Saharafront und die Lieferung von Elefanten.
Irgendwann, spätestens gegen Ende des 1. Jahrhunderts, war es dann so weit. Die erste Stadt meldete Bankrott an und bat den Kaiser um die Entsendung eines vertrauenswürdigen Mannes, der alles wieder ins Lot bringen sollte. Es wurde die Geburtsstunde eines neuen Beamten, des Kurators."

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