Während in Kassel um uns die Kultursupershow tobt, kann ich nur nochmal Shakespeare mit einem inzwischen internationalen Gefühl zitieren, das es vor einigen Jahrhunderten schonmal gab. In deutscher Übersetzung: "Schmach und Gram, dass ich zur Welt, sie einzurichten, kam". Anlass: Die Morgennachrichten über das Kasperle-Theater um EZB, Rettungsschirm etc.
Das ganze Gequake um Geldmengenumläufe - wofür wahrscheinlich Milton Friedman nachträglich gerichtet werden müsste - reduziert sich für mich auf die Frage: Wer muss jetzt eigentlich gerettet werden? Bin ich das? Was mag wohl passieren, wenn ein (National-)Staat pleite geht? Selbst bei geringer wirtschaftswissenschaftlicher Vorbildung ist doch die Grenze zwischen wirr und irr nicht mehr ausmachbar? Ein amerikanischer Finanzminister (falls es dort sowas gibt) reist an den Urlaubsort eines deutschen solchen, um ihn zu ermahnen, dass die Europäer den US-Amerikanern bei der Aufrechterhaltung ihres Weltwirtschaftskriegs (s. Luttwak) und der Stützung ihrer kriminellen Haushaltspolitik behilflich sein sollen? Auf welcher Welt bin ich?
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Martin Reuter