Von Kindern im Garwiedenweg, dem Straßenflohmarkt und einem fiesen Einfall
Die Kinder im badischen Garwiedenweg, die bei gutem Wetter erstaunliche Gemälde auf das Pflaster malen, eröffnen regelmäßig kleine Verkaufstände und bieten je nach Jahreszeit Obst aus den Vorgärten oder ausgemustertes Spielzeug an. Ich zähle zu ihren Stammkunden. Diesmal haben zwei kleine Mädchen eine Isomatte auf dem Bürgersteig ausgerollt, eine Holzkasse in die Mitte gestellt und Plüschtiere aufgereiht. „ Was sollen sie denn kosten“, frage ich sie und bekomme zur Antwort: „Das kostet 30 € und das 20€ und das 5 € und das 1€.“ Die Mutter, die gerade dazukommt und sich im Hintergrund hält, wedelt Verständnis heischend mit den Händen. Das Tier für einen Euro ist ein nigelnagelneues, schwarzes Pferd mit Zaumzeug und Sattel. Die anderen zeigen bereits Gebrauchsspuren und sind nicht grundlos aussortiert worden. „Oh, soviel Geld habe ich aber nicht“, meine ich und krame in meiner Manteltasche, „ich kann Euch zwei Euro geben und nehme das hier, geht das?“ Das kleinere Kind nimmt freudestrahlend das Geld in Empfang. Ich bin nun Besitzerin einer Plüschgiraffe. Die Mutter dankt erleichtert mit einer kleinen Kopfverneigung. Im Weitergehen höre ich gerade noch, wie eine älteres Kind schreit: „Ja spinnt ihr denn, ihr könnt doch nicht mein Pferd verkaufen. Gib das sofort her.“ Ich schaue meine Giraffe an und denke, was mach ich jetzt mit der. Und wie ich sie im Gehen so anschaue und hin und her wende, kommt mir so eine diabolische Idee. Genug der Freundlichkeiten, jetzt mach ich mal was ganz Fieses.
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Gertrud Salm