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Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an einen Pseudomediziner

Ein Homöopath bekam gerade diese Auszeichnung für sein Bestreben, die Homöopathie zum Wohle der Patienten als moderne und zeitgemäße Medizinrichtung voranzubringen. Eine Placebobehandlung, der nach wie vor jeder wissenschaftliche Wirknachweis fehlt - was wundert, sind doch die Homöopathen um gute Presse bemüht! Könnte nachgewiesen werden, dass Homöopathe funktioniert, müssten die Lehrbücher „Physiologie des Menschen“ sowie „Pharmakologie und Toxikologie“ neu geschrieben werden und es wäre mindestens je ein Nobelpreis für Physik, Chemie und Medizin fällig. Ergänzende Informationen, und noch ein sehr schöner Text.

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Kommentare

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Lüder Kriete am :

Sorry, Helmut, aber dieser Beitrag ist absoluter Schwachsinn! Du magst ja durchaus gesund und munter sein, aber hier in dieser Form über die Krankheiten und Heilungen von anderen Menschen zu urteilen ist voll daneben!

Helmut am :

Guten Morgen Lüder!

Oh, eine heftige Reaktion. Danke. Was genau an den Zeilen ist Schwachsinn?

In der Tat bin ich trotz eines Alters, in dem die Menschen vor vier Generationen mit hoher Wahrscheinlichkeit schon tot waren, wohlauf, nicht zuletzt wegen der Medizin. Und hier meine ich die wirksame Medizin, die sich diese Wirksamkeit auch prüfen läßt, nicht den bunten Strauß von "alternativen Heilmethoden", unter denen sich jede Art von bühendem Hokuspokus an Menschen verkaufen läßt, die irritiert und verunsichert sind.

Nein, ich schrieb nicht über Krankheiten anderer Leute, sondern über einen Wirtschaftszweig, der medizinischen Vorstellungen von vor zweihundert Jahren anhängt, deren wichtigstes ein "Ähnlichkeitsprinzip" ist, das sich so oder invertiert auch in vielem anderen esoterischen Schwurbel wiederfindet. Denn das ist das schöne an der Homöopathie, jeder meint sie zu verstehen, ähnliche Medikamente, und zur Wirksamkeitssteigerung - oh - nicht konzentriert, nein - Überraschung - verdünnt! Das ist diese Umkehrung, die man bei Hokuspokus erstaunlich oft findet, und die geneigten Menschen beim "Verstehen" eine Art von Irritation bereitet, die sie für Erkenntnis halten können.

Einen Wirtschaftszweig, die Homöopathe, der sich gegen Nichtfunktion seiner Behandlungen mit eingebauten Bestandteilen im Glaubensgebäude schützt, denn werde ich nach der Einnahme von Wasser oder Milchzuckerkügelchen doch nicht gesund, sondern kränker, dann ist das - Überraschung - kein Versagen, sondern die "Erstverschlimmerung". Und diese ist nämlich - wieder Überrschung für schlichte Gemüter - ein "sicheres Zeichen", dass die Homöopathie wirkt. Oh, denke ich dann, "aha", denke ich dann. Und wenn sie die Symptome (um nichts anderes kümmert sich dieses Gedankengebäude, denn als um Symptome, die mit Mitteln "behandelt" werden sollen, die unverdünnt eben diese Symptome hervorrufen) wenn diese Symptome also über längere Zeit gleichbleiben? Auch dann ist das ein Anzeichen für die Homöopathe, denn homöopathische Heilungen sollen ja eigentlich langsam ablaufen, damit sie "nachhaltig" sind.
Und wenn sich die Befindlichkeit nun trotz der wirkmittelfreien Behandlung verbessert? Hurra! Spätestens jetzt hat die Homöopathie gewonnen.

Manchmal passiert ja nun dauerhaft nichts positives. Was nun? Für diesen Fall hat der Homöopath natürlich ebenfalls ein Mittelchen, i.e. dutzende Verhaltensvorschriften für den Patienten. Je mehr, desto besser. Kein Kaffe, keine Bonbons, keine anderen Medikamente (Außer andere Homöopathika, denn die haben - Überraschung - keine Nebenwirkungen) Gegen irgendeine wird er sicher mal verstoßen. Besonders bei der langen Heilungsdauer, die der Homöopathie als normal gilt.

Wird der Patient gesund trotz des Verstoßes gegen eine Einschränkung: gut für die Homöopathie. Wird er nicht gesund: dann ist der Patient eben selbst für den Misserfolg verantwortlich.

Vorläufiges Fazit in der hier gebotenen Kürze:

Die Homöopathie kann es sich leisten, Menschen zu behandeln, deren Lebenserwartung in unvorstellbarer Geschwindigkeit größer wird - alle drei Jahre steigt die mittlere Lebenserwartung um ein ganzes Jahr. Ein Albtraum für die Rentenversicherungen, ein Erfolg u.A. für die Schulmedizin.

Und warum nun gehen so viele Menschen für teuer Geld zu einem der vielen Pseudomedziner? Weil sie dort etwas bekommen, was ihnen beim Arzt fehlt: Aufmerksamkeit. (Geschäftliches) Interesse an der eigenen Person, lange "Anamnese"gespräche, die sich kein Arzt für die Abrechnungssätze der GOÄ leistet.

Weil sie Homöopathie für "irgendwie Naturmedizin" halten (Was soweit auch stimmt, denn Wasser und Milchzucker sind natürlich), und sie - und das ist häufig - für "pflanzliche Medizin" halten.

Weil sie - zu Recht - Fragen an ein Gesundheitssystem haben, dessen Finanzierbarkeit von Selbstbedienungsmechanismen im Medizinbetrieb bedroht wird.

Und weil sie - und das ist meine schlimmste Sorge - in einer gegenaufklärerischen Strömung mitgerissen werden von Quacksalbern, die ihnen "Medikamente" verschreiben, die verdünntes Mondlicht und ähnliche Fantastisches "enthalten".

Mit freundlichen Grüßen, und den besten Wünschen
Helmut

joe am :

Hallo,

das sollte man wirklich nicht so verbissen sehen. Die "reine Medizi-Lehre" kann vieles nicht erklären ! Deshalb haben Schamanen, Heiler und Homöopathen u.U einen Sinn. Jedenfalls, wenn sie Menschen helfen. Oft ist das Wunder nur das große Loch im Portmonnaie der Hilfesuchenden !

Lüeder Kriete am :

Ich habe meinem Kommentar nichts hinzuzufügen . . . außer zwei weiteren !!

Esotrottel am :

Genau!
Sich über die Wahnvorstelllungen anderer lustig zu machen ist voll gemein und so!1!

Stephan Gerd Meyer am :

Also, Lehrbücher werden ja immer wieder mal umgeschrieben bzw. überflüssig - gerade in der Medizin!

Die heutige Medizin beruht übrigens auf altem Wissen, auf dem sie immer wieder aufgebaut hat. Das überlieferte Wissen ist also durchaus die Basis für das was heute als wissenschaftliche Medizin gilt.

Und: Eine echte Wissenschaft ist Medizin auch gar nicht - sie hat nämlich keine Theorie und basiert ausschliesslich auf anderen echten Wissenschaften derer sie sich bedient, vor allem Physik und Chemie, aber auch Psychologie und Soziologie.

Von daher warne ich deutlich davor, die heutige Medizin als "die" Wahrheit anzusehen. Wäre sie das, dann könnte sie ja alles heilen. Kann sie aber nicht.

"Wer heilt hat Recht" ist eine Redensweise aus der Naturheilkunde, die ich immer wieder sehr empfehle.

Helmut am :

"Wer heilt hat recht" - Ich beantrage Kassenzulassung für meine Brötchen-Erkältungstherapie: Immer wenn ich mehr als drei Tage verschnupft bin, esse ich ein halbes trockenes Brötchen, und kaum drei Tage später ist der Schnupfen weg wie nichts. Ich habe das schon dutzende Male probiert, und in der überwältigenden Mehrzahl der Anwendungen hat meine Therapie fantastischen Erfolg gehabt.

MR am :

Hört sich recht alternativmedizinisch an und ist wahrscheinlich eine jahrhundertealte Hausweisheit?

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