Bahntrasse Kassel-Eschwege wird durch A44-Bau endgültig zerstört
In Ostfriesland kämpft sogar die Junge Union für den Erhalt der Bahntrasse zwischen Esens und Norden, obwohl dort schon lange keine Züge mehr fahren. In Baden-Württemberg sind alle Planungsentscheidungen, durch die der Bestand von Bahntrassen gefährdet ist, Ministersache. Wenn dagegen in Nordhessen eine Bahntrasse zerstört wird, nimmt davon niemand Notiz.
Mit dem Bau des Abschnitts um Walburg der neuen Autobahn A 44 Kassel - Eisenach war bereits ein kleines, aber ersetzbares Stück der Bahntrasse Kassel - Eschwege überbaut worden. Mit dem jetzt anstehenden Bau der A 44-Abschnitte zwischen Walburg und Hasselbach sowie Hasselbach und Bischhausen dagegen wird die teilweise in Hanglage verlaufende Bahntrasse endgültig zerstört.
Die Bahnstrecke Kassel - Eschwege wurde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in vier Abschnitten gebaut. Der Abschnitt Eschwege - Niederhone war als Teil der sog. Kanonenbahn bereits bis 1875 fertiggestellt worden. Ihm folgte bis Mai 1979 die Teilstrecke Niederhone - Waldkappel und im Dezember 1879 dann der Abschnitt Waldkappel - Bettenhausen. Im März 1880 wurde dann Bettenhausen mit Wilhelmshöhe und der Main-Weser-Bahn verbunden.
In ihrer Glanzzeit zwischen ca. 1920 und ca. 1965 war die Bahnstrecke Kassel - Eschwege durch einen für Nebenbahnen relativ dichten Reisezugverkehr gekennzeichnet. Die regionale Wirtschaft im östlichen Kreis Kassel und in den damaligen Kreisen Witzenhausen und Eschwege profitierte in hohem Masse von der Bahnanbindung, weshalb die Trasse bereits frühzeitig Stichstrecken erhielt. 1985 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs. 2002 bis 2006 die abschnittsweise Inbetriebnahme von Teilstücken der Trasse bis Hess. Lichtenau als Strassenbahnlinie 4. Die letzten Güterzüge verkehrten 2003.
Die Stadt Eschwege besitzt seit letztem Jahr zwar wieder einen Bahnhof, allerdings nur einen direkten Anschluss nach Göttingen und Bebra. Eine preislich und zeitlich attraktive Nahverkehrsverbindung in das Oberzentrum Kassel fehlt sowohl Eschwege wie dem grössten Teil des Werra-Meissner-Kreises.
Dass die Zerstörung der Bahntrasse in der jahrelangen Diskussion über den Bau der A 44 bislang keinerlei Rolle spielte, zeigt die völlige Geringschätzung des Bahnverkehrs in Nordhessen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wird auch der direkte Zugverkehr zwischen Kassel und Eisenach weitgehend eingeschränkt. Ein Ersatz der entfallenden IC-Züge durch eine direkte und schnelle Regionalexpress-Verbindung nach Eisenach und die sog. Thüringer Städtekette wird von den politisch Verantwortlichen der Region und dem Nordhessischen Verkehrsverbund bislang abgelehnt. Dabei ist offenbar auch die Konkurrenzsituation zwischen dem bestehenden Flughafen Erfurt und dem neu entstehenden Flughafen Kassel-Calden von Bedeutung. (s. dazu meinen Artikel vom 12.1.2010)
Die Bahnstrecke Kassel - Eschwege wurde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in vier Abschnitten gebaut. Der Abschnitt Eschwege - Niederhone war als Teil der sog. Kanonenbahn bereits bis 1875 fertiggestellt worden. Ihm folgte bis Mai 1979 die Teilstrecke Niederhone - Waldkappel und im Dezember 1879 dann der Abschnitt Waldkappel - Bettenhausen. Im März 1880 wurde dann Bettenhausen mit Wilhelmshöhe und der Main-Weser-Bahn verbunden.
In ihrer Glanzzeit zwischen ca. 1920 und ca. 1965 war die Bahnstrecke Kassel - Eschwege durch einen für Nebenbahnen relativ dichten Reisezugverkehr gekennzeichnet. Die regionale Wirtschaft im östlichen Kreis Kassel und in den damaligen Kreisen Witzenhausen und Eschwege profitierte in hohem Masse von der Bahnanbindung, weshalb die Trasse bereits frühzeitig Stichstrecken erhielt. 1985 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs. 2002 bis 2006 die abschnittsweise Inbetriebnahme von Teilstücken der Trasse bis Hess. Lichtenau als Strassenbahnlinie 4. Die letzten Güterzüge verkehrten 2003.
Die Stadt Eschwege besitzt seit letztem Jahr zwar wieder einen Bahnhof, allerdings nur einen direkten Anschluss nach Göttingen und Bebra. Eine preislich und zeitlich attraktive Nahverkehrsverbindung in das Oberzentrum Kassel fehlt sowohl Eschwege wie dem grössten Teil des Werra-Meissner-Kreises.
Dass die Zerstörung der Bahntrasse in der jahrelangen Diskussion über den Bau der A 44 bislang keinerlei Rolle spielte, zeigt die völlige Geringschätzung des Bahnverkehrs in Nordhessen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wird auch der direkte Zugverkehr zwischen Kassel und Eisenach weitgehend eingeschränkt. Ein Ersatz der entfallenden IC-Züge durch eine direkte und schnelle Regionalexpress-Verbindung nach Eisenach und die sog. Thüringer Städtekette wird von den politisch Verantwortlichen der Region und dem Nordhessischen Verkehrsverbund bislang abgelehnt. Dabei ist offenbar auch die Konkurrenzsituation zwischen dem bestehenden Flughafen Erfurt und dem neu entstehenden Flughafen Kassel-Calden von Bedeutung. (s. dazu meinen Artikel vom 12.1.2010)
Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt
Aulepp Petra am :
Regiotramuli am :
Um den SPNV zu verbessern, sollte man unbedingt dieses vorhinerwähnte realisieren; gleichzeitig wird die Bahnlinie zwischen Bebra und Göttingen mit verknüpft. Hierbei können Reisende zwischen Göttingen und z.B. Helsa usw. besser verkehren.
Wenn die Bahnstrecke wegen der A44 inzwischen zerstört worden ist, sollte man zusehen, dass wenigstens die Bahnlinie für die verlängerte Lokalbahn parallel neben der A44 entlangbauen.
Regiotramuli
Werner Wruck am :
Und überall auf der Welt: Industrieunternehmen siedeln sich NUR längs von Bahnstrecken an. Die Eisenbahn ist die wichtigste Transportinfrastruktur über Land. NUR längs von Eisenbahnstrecken können sich Arbeitsplätze entwickeln. Abseits davon ist "Braindrain": Emigration vor allem junger Menschen.
Bahnprivatisation ist bewiesener "Todesstoss"; - die Bahn muss vom Staat geschützt und verwaltet werden, ist sie doch die Basis für Industrieansiedlungen, wirtschaftlichem Wachstum und Arbeit. Bei Bahnplanungen darf nicht nur kurzfristig gerechnet werden, sonden es müssen Raumplanerische Aspekte, eben wie diese möglichen Grundvorraussetzungen ökonomischer Reginalentwicklung berücksichtigt werden. Es darf nicht sein das Deutschland zu einer "Bananenrepublik" degradiert. Die Tendenz seit den 90- ern ganz speziell in der Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur macht mir ehrlich Sorgen. Und der Bahn- Verwaltungsapparat ab den 90 ern sehr wenig vertrauensvoll.