Mittelalte und neuere Forschungen legen die Vermutung nahe, dass es hinter der Oberfläche des humanen Eliminierungsbedarfs (eliminare: "Über die Schwelle bringen" - etwa einer Kneipe, also "draußen vor die Tür bringen", "vor die Tür setzen") tiefere historische, regionale und emotionale Gründe geben könnte. Der Untertitel eines wissenschaftlichen Werkes gibt einen Hinweis.
Er lautet: "Volksmagie, Glaubenseifer und Staatsräson in der Frühen Neuzeit". Das Buch stammt von Wolfgang Behringer und widmet sich der "Hexenverfolgung in Bayern". Dazu passt etwa der Tele-Akademie-Vortrag von Prof. Monika Neugebauer-Wölk: "Magieglaube und Esoterik" - in dem auch die Frage danach gestellt wird, ob wir das nun zur "Religion" zu zählen haben oder nicht. Hier hat natürlich persönlicher Gewinn, unliebsame Nachbarn oder ganze Menschengruppen für ihre dämonischen Kräfte - etwa mittels Vergiftungen - auch ohne das gewöhnliche Recht eliminieren zu können, eine große Rolle gespielt.
Auch andere Hintergründe sind denkbar. Das "
Jugendportal Bayern" nennt weitere zwei, vom Ende der Verfolgungen her gedacht: "Die massenhaften Hexenverfolgungen haben womöglich mit der Klimaverschlechterung und den Hungerkrisen jener Jahrzehnte zu tun. Als die Not abnahm, gingen auch die Hexenverfolgungen zurück."
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Martin Reuter
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